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Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)

Herkunft und Entwicklung der Chinesischen Medizin

Die chinesische Kultur hat in ihrer Geschichte ein Medizinsystem entwickelt, dessen Wurzeln bis in das 2. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung zurückreichen. Es handelt sich dabei um eine naturkundliche Erfahrungsmedizin mit einer weitgehend ungebrochenen Tradition der mündlichen und schriftlichen Überlieferung. Missionare brachten vor ungefähr 300 Jahren erste Berichte über die Traditionelle Chinesische Medizin in unseren Kulturkreis, aber es dauerte weit ins 20 Jahrhundert bis die Traditionelle Chinesische Medizin auch im Westen, in den USA und Europa als medizinisches Behandlungssystem bekannt und lehr- und lernbar wurde. In jüngster Zeit ist sie zu einem festen Bestandteil des naturheilkundlichen Sektors unserer Medizinlandschaft geworden. HeilpraktikerInnen und ÄrztInnen praktizieren diese Medizin eigenständig und werden von PhysiotherapeutInnen, BewegungstherapeutInnen und ErnährungsberaterInnen unterstützt. Private Krankenversicherungen erstatten in vielen Fällen die Kosten. Patient/inn/en finden in der Traditionellen Chinesische Medizin Möglichkeiten, Beschwerden aus einem anderen Blickwinkel, als die westlich-technische Medizin ihn bietet, zu betrachten und zu behandeln. Vereine und Fachverbände wie die Arbeitsgemeinschaft für klassische Akupunktur und Traditionelle Chinesische Medizin (AGTCM e.V.) haben sich ihrer Förderung verschrieben und bilden in Zusammenarbeit mit Kooperationsschulen TherapeutInnen auf einem in Deutschland einzigartigem und international anerkanntem Niveau aus.

Grundlagen der Traditionelle Chinesische Medizin

Als »Natur- und Erfahrungsmedizin« leitet die Traditionelle Chinesische Medizin ihr Wissen aus der Beobachtung der Natur und ihrer Gesetze ab. Grundlegend sind dabei einige Prinzipien, die der chinesischen Kultur und damit auch der Medizin die Basis verleihen.

Das Prinzip von YIN und YANG

Dieses Grundprinzip beschreibt die Verhältnisse der Dinge zueinander. Dabei ist YIN das Materielle, das Passive und das Ruhende. YANG ist das Energetische, das Aktive und das Bewegte. Für die Gesundheit ist es wichtig, dass die Dinge in einem jeweils der Situation angepassten Verhältnis von YIN und YANG stehen. Ist dieses Verhältnis nicht gegeben, wird es nicht möglich sein, der Situation adäquat zu begegnen. Damit ist der Einklang mit der Natur nicht gegeben und Krankheit ist die Folge. YIN und YANG in Einklang zu bringen schafft Gesundheit.

Das Prinzip von QI

QI lässt sich an ehesten mit dem Begriff »Lebenskraft« übersetzen. Alles Leben erfordert den Fluß von QI. Fließt das QI harmonisch und in den richtigen Bahnen herrscht Gesundheit. Fließt es zu schnell, zu langsam, ist es erschöpft oder in grenzüberschreitender Fülle entsteht Krankheit. Dieses Fließsystem ist ein energetisches Netzwerk von Kanälen (Meridianen), das nicht nur die Akupunkturpunkte, sondern auch die Organe, Körperstrukturen und –arreale miteinander verbindet, so dass diese sich stets gegenseitig beeinflussen.

Das Prinzip der 5 Wandlungsphasen

Betrachtet man die Zyklen der Natur wie sie sich im Laufe eines Tages, den Jahreszeiten oder den Lebensabschnitten eines Menschen zeigen, so lassen sich daraus Schlüsse auf die Entstehung und den Verlauf von Krankheiten ziehen, die es ermöglichen ausgleichend einzugreifen.

Aus diesen Prinzipien leitet die Traditionelle Chinesische Medizin eine Systematik der Gesundheit und Krankheit her. Diese Systematik ermöglicht Symptome und Erkrankungen eines/r PatientIn einzuordnen. Grundlegend sind dabei die diagnostischen Methoden der Traditionelle Chinesische Medizin.

Die Möglichkeiten der Traditionellen Chinesischen Medizin

Die traditionelle chinesische Medizin kann bei chronischen oder akuten Geschehen eingesetzt werden und soll sowohl funktionelle wie organische Störungen positiv beeinflussen. Die Stärke der traditionellen chinesischen Medizin liegt in der Möglichkeit, funktionale Störungen erkennen zu können, bevor sich diese organisch manifestieren. Eine Aufzählung der vielen Krankheiten und Symptome, die durch traditionelle chinesische Medizin behandelt werden können, ist jedoch nur bedingt sinnvoll, da chinesische Medizin den Menschen als Gesamtsystem behandelt. Auch wenn zwei Menschen mit der gleichen Störung eine Therapie nach der traditionellen chinesischen Medizin suchen, werden sie gegebenenfalls als unterschiedliche Systeme auch unterschiedlich behandelt. Die chinesische Medizin versucht dabei vorrangig, die Ursachen und Muster, die hinter einer Krankheit liegen, zu therapieren.

Die Diagnostik in der Traditionellen Chinesische Medizin

Neben einer sehr genauen Befragung und Untersuchung des/r PatientIn werden Befunde anhand des Pulses und der Zunge erhoben. Auch die westliche Medizin kennt in ihrer Tradition eine genaue Beurteilung der Pulsqualität und der Zunge, allerdings sind diese diagnostischen Verfahren heutzutage in den Hintergrund getreten. Die Traditionelle Chinesische Medizin als nicht technologisierte Medizin verwendet diese diagnostischen Verfahren weiterhin, um den Gesamtzustand eines/r Patient/In zu ermitteln. Dabei werden Pulsschlag und Zungenbild als Spiegelung des Gesamtzustandes des Patienten betrachtet und bewertet. Das anamnestische Gespräch wird neben den akuten und chronischen Symptomen die Geschichte der Beschwerden erfragen. Ferner werden Fragen zur familiären Disposition und Grundkostitution, zum Ernährungsverhalten, zu eventuell belastenden Emotionen und Umweltfaktoren sowie zu Vorerkrankungen und Verletzungen gestellt werden. Die Traditionelle Chinesische Medizin verfährt dabei nach ganzheitlichen Gesichtspunkten. Symptome werden nicht nur als Alarmsignale einzelner Teile des Körpers begriffen, sondern als Hinweise auf ein Ungleichgewicht des ganzen Organismus.

Vor der Konsultation eines/einer TherapeutIn der Traditionellen Chinesische Medizin sollten Sie keine große Mahlzeit zu sich nehmen. Auf den Genuss von Kaffee, schwarzem Tee oder Alkohol sollte verzichtet werden, ebenso auf anstrengende Tätigkeiten und zu viel Sport. Bitte putzen Sie sich an diesem Tag nicht die Zunge.

Die Diagnose in der Traditionellen Chinesische Medizin

Aus dem Anamnesegespräch und unter Zuhilfenahme des Puls- und Zungenbildes erstellt der/die BehandlerIn eine Diagnose im Kontext der Traditionellen Chinesischen Medizin. Diese Diagnose wird einer bestehenden Diagnose im westlich-schulmedizinischen Kontext nicht widersprechen, sondern sie wird eine andere und zusätzliche Perspektive auf das Krankheitsgeschehen eröffnen und Behandlungswege innerhalb der Traditionellen Chinesische Medizin aufzeigen.

Behandlungsverfahren der Traditionellen Chinesische Medizin

Die Therapie wird nun versuchen, ein festgestelltes Ungleichgewicht wieder auszugleichen. Dies geschieht durch:

  • Ausleiten von Störfaktoren, den sogenannten pathogenen Energien und Substanzen,
  • Aufbauen von zu schwachen Energien und Substanzen.
  • Gezieltes Bewegen von Energien und Substanzen, damit diese wieder in einen harmonischen Fluss geraten.
  • Aufklärung des Patienten über die für ihn richtige Ernährungsweise und Lebensführung

Die Traditionelle Chinesische Medizin besitzt dazu fünf Therapieverfahren:

  • Die Akupunktur/Moxibustion – das Behandeln von bestimmten Punkten des/r PatientIn mit Akupunkturnadeln und Wärme zur Leitung des Qi
  • Die Chinesische Arzneimittellehre – die Verabreichung von Kräuterrezepturen
  • Die Chinesische Diätetik – eine Ernährungslehre
  • Tuina-Anmo – eine manuelle Massagetherapie
  • Qi Gong – eine Bewegungslehre

Die Arbeitsgemeinschaft für Klassische Akupunktur und Traditionelle Chinesische Medizin e.V. (www.agtcm.de) setzt sich in Deutschland für einen guten Ausbildungsstandard in allen Teilbereichen der Chinesischen Medizin ein. In Fachbereichen der Therapieformen findet ein reger Austausch über deren Inhalte und über die stetige Verbesserung der Aus- und Fortbildung statt.

Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin:
Wie die meisten Naturheilverfahren wird die Traditionelle Chinesische Medizin in Ihren verschiedenen Therapieformen von der Schulmedizin nicht anerkannt. Sie gehört nicht zum allgemeinen medizinischen Standard. Wissenschaftliche Beweise seien noch nicht ausreichend erbracht worden und die Wirksamkeit ist nicht hinreichend gesichert und anerkannt.